Pulau Bintan

Persönlicher Reisebericht

Für die Insel Bintan hatten wir uns aus 3 Gründen entschieden. 1. sie war per Fähre von Singapur aus erreichbar, 2. sie ist nicht so groß wie die Insel Batam, die direkt daneben lag und 3. Die Möglichkeit ein Visa On Arrival zu erhalten (nur damit kann man das 30 Tage Touristenvisa vor Ort verlängern).

Die Fahrt von Singapur zur Insel Bintan dauerte ca. 2h, die Fähre war fast leer, die See sehr ruhig. Wir wußten dass diese Insel gerne als Wochenendausflugsziel für die Singapurer genutzt wird und sich im Norden der Insel einige Luxusrestorts befanden. Sonst hatten wir uns zuvor nicht sehr mit dieser Insel auseinander gesetzt, wir wollten hier ein paar Tage bleiben um dann per Inselhopping auf die grösseren indonesischen Inseln weiterzureisen.

Die erste Überraschung war für uns, dass wir bei der Einreise kein Visa on Arrival bekommen haben, da dort nur 2 Zollbeamte anwesend waren die nicht wirklich Englisch konnten und nur den Kopf schüttelten und sehr streng drein blickten, als wir ein paar mal danach gefragt haben. Hier wollten die Zollbeamten auch das erste Mal einen Nachweis zur Ausreise aus Indonesien sehen. Hierfür hatten wir zum Glück im Vorfeld ein Ticket gemietet (weitere Infos siehe: hier) und waren in dem Moment dann einfach nur froh, dass wir überhaupt einreisen durften.

Etwas irritiert aber auch erleichtert sind wir raus aus dem Pier, dort erwartete uns schon ein Fahrer der uns von unserem Hotel gratis abgeholt hat. Auf dem Weg zum Hotel konnten wir schon einen kleinen Eindruck vom Inselleben gewinnen und waren, sagen wir, überrascht. Es war sehr wuselig, recht dreckig, sehr basic und 0,0 Ausländer/Touristen waren zu sehen. Wir wussten, dass das Hotel nicht weit vom Pier entfernt lag (u.a. haben wir aus diesem Grund dieses Hotel gewählt) hofften aber mit jedem gefahrenem Kilometer dass das Hotel nicht unbedingt hier lag. Wir fuhren zwar noch etwas aus dem Ort raus, aber es wurde nicht wirklich besser. Als wir dann in die Hoteleinfahrt eingebogen sind haben wir uns nur ungläubige Blicke zugeworfen und waren gespannt was uns hier wohl erwarten würde.

Das Hotel sah von außen ganz ok aus, der Empfangsbereich machte auch was her, aber als wir dann zum Zimmer gegangen sind, fanden wir heraus, warum das Hotel so günstig war. Die Zimmer waren sehr abgeranzt und tatsächlich auch ober dreckig. Der erste Rundgang, runter zum Pool machte es leider nicht besser. Laut Fotos, ein normaler Pool an dem man auch entspannen konnte, leider war die Realität etwas anders. Alles sehr in die Jahre gekommen, nicht gepflegt – man könnte auch dreckig dazu sagen, keinerlei Tische oder Stühle – definitiv kein Ort an dem man verweilen möchte. Wir versuchten es enspannt zu nehmen und wollten dann erstmal raus etwas essen. Gesagt getan, raus aus dem Hotel, direkt davor war eine sehr viel befahrene Straße und keine echte Möglichkeit als Fußgänger daneben oder darüber zu laufen. Wir kämpften uns über die Straße, liefen an einigen Restaurants vorbei und versuchten an 3 oder 4 Orten etwas zu essen zu bekommen. Zugegeben, wir haben diesmal den Fehler gemacht uns nicht zumindest ein paar indonesische Begriffe einzuprägen, aber Nasi oder Bami Goreng kannte schließlich jeder. Man glaubt es kaum, aber wir sind nach ca. 1h ohne etwas zu essen zu bekommen wieder zurück zum Hotel. Wir konnten es selbst gar nicht fassen. Wir sind schon an ein paar Orten gewesen wo wir uns auf Englisch nicht verständigen konnten, aber zur Not ging es immer mit Händen und Füßen bzw. irgendann wurde uns einfach was vorgesetzt dass wir dann halt gegessen haben. Hier haben sie dann einfach irgendwann mit dem Kopf geschüttelt, Ausländer waren hier wohl wirklich etwas sehr außergewöhnliches. Dieser Eindruck bestätigte sich auch auf der Straße. Das wegen uns kein Unfall passiert ist, wundert mich im Nachhinein weil uns alle wirklich sehr sehr interessiert angeschaut haben.

Es wurde schon langsam dunkel, also haben wir einfach im Hotel gegessen und unsere ersten Eindrücke in Bier ertränkt. Ich gebe zu, wir waren recht enttäuscht und überlegten uns den Rest des Abends was wir nun weiter machen sollten. Die Lage des Hotels war ganz klar nicht perfekt gewählt.

Am nächsten Morgen haben wir uns dazu entschieden, der Insel noch eine Chance zu geben und uns im Norden der Insel etwas umzuschauen. Wir wussten, dass dort Strände waren, vielleicht würde es sich ja lohnen noch etwas Zeit dort zu verbringen. Wir haben uns ein Grab Taxi geordert und schon waren wir unterwegs. Wir sind ca. 1,5h gefahren (die Insel war doch größer als gedacht). Wir haben der Fahrerin versucht über ihren online Translater klar zu machen, dass wir an einen schönen Strand wollten, vielleicht mit ner Strandbar oder sonst was spannendes, leider war auch das schwierig, sie setzte uns dann irgendwann mitten im Nirgendwo ab, ok, das Meer war zu sehen, aber sonst leider nicht viel. Kein Mensch war zu sehen, vereinzelnd ein paar private Häuser und weite staubige Straßen. Wir überlegten im ersten Moment noch ob wir lieber gleich wieder mit ihr zurückfahren sollten, wollten aber dann nicht gleich aufgeben und sie fuhr davon.

Nach einigen Schritten sahen wir dann auch eine Art Resort mit einigen Bungalows und auch ein Restaurant, direkt am Strand, immerhin. Etwas entspannter haben wir dort dann etwas zu mittag gegessen und uns im Anschluss an den Strand gesetzt. Der Strand war eigentlich sehr schön, super feiner weißer Sand, klares blaues Wasser. Wir haben den Nachmittag dort verbracht, viel konnte man dort allerdings sonst nicht sehen, keine weiteren Hotels, Bars oder tolle Natur (eigentlich gar nichts), der Strand war teilweise gesperrt weil an einigen Abschnitten Boote lagen. Nicht sehr ergiebig unsere „Erkundungstour“ aber wir haben somit einen weiteren Eindruck von der Insel gewonnen.

Irgendwann wollten wir uns auf den Rückweg machen, stellten dann aber fest, dass in dieser Ecke der Insel kein Grab Taxi zur Verfügung steht. Mist, reguläre Taxis hatten wir auf dem Weg hierher auch nicht wirklich gesehen. Wir erklärten uns den Besitzern, diese boten sich dann zum Glück an uns zurück zum Hotel zu bringen. Für diese Hin- und Rückfahrt haben wir tatsächlich fast 40 Euro ausgegeben, dies war also auch keine Möglichkeit für uns diese Insel zu erkunden.

Zurück im Hotel haben wir uns recht fix entschieden, sehr schnell wieder abzureisen. Es gab für uns eigentlich nur 3 Optionen. Entweder mit der regulären Fähre weiter auf die nächste Insel Batam, mit einer großen Fähre direkt zur Insel Java (Fahrzeit ca. 30h) oder per Flug. Die beiden ersten Möglichkeiten waren recht „riskant“. Beide führten uns zwar auf weitere Inseln, aber was wenn uns dort auch nichts wirkliches erwarten würde. Wir hatten schließlich nur 30 Tage Visum und wollten unsere Zeit nicht damit verbringen uns per Fähre und Bus von Ort zu Ort zu hangeln ohne zu wissen wie lange es gehen würde bis wir an einen schönen Ort kommen. In Indonesien ist tatsächlich das Problem, dass das Land sehr langgezogen ist, super viele Inseln, die aber in sich doch sehr groß sind. Wenn man von Ort zu Ort fahren will, sind 20h im Bus überhaupt keine Seltenheit.

Da wir darauf keine Lust (und wg. Visum auch nicht die Zeit) hatten, entschieden wir uns also für einen Flug. Die günstigste Option war für uns tatsächlich von Singapur aus zu fliegen. Also, man glaubt es kaum, sind wir nach 2 Tagen Indonesien wieder per Fähre nach Singapur zurück um von dort weiter zu fliegen. Diese kurzfristig gebuchte Flug machte sich sehr negativ in unserem Budget bemerkbar, aber es half ja nichts.

Übrigens: Im Nachhinein hatten wir also echt Glück, dass wir kein Visa on Arrival bekommen haben, es hätte zum einen recht viel Geld gekostet und zum anderen wäre es mit der Ausreise auch schon wieder futsch gewesen – nach 2 Tagen!

Sehr enttäuscht, sind wir dann super früh am morgen wieder zum Pier gebracht worden, dort die Fähre bestiegen, wieder Einreise Singapur, per Bus zum Flughafen und dort auf unseren Flug gewartet. Es sei noch kurz erwähnt, wenn man schon einige Stunden auf seine nächste Verbindung warten muss, dann am Flughafen von Singapur. Mega schön, super viel zu sehen, es gab sogar ein kleines Kino das die Wartezeit doch sehr verkürzte.

Unser Flug kam pünktlich. Inzwischen schon wieder beschwingt, bestiegen wir das Flugzeug – nächstes Ziel – Bali (immer noch oder wieder Indonesien)

Fazit Bintan: wenn man ein gut betuchter Singapurer ist und dort in einem der vielen Golf- Wellness Luxushotels das Wochenende an den Privat Stränden verbringen kann, super. Wenn man mit kleinem Budget am falschen Ende der Insel landet und etwas sehen bzw. sich mit den Einheimischen unterhalten möchte – Fehlanzeige.

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